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Jeder Ort hat seine Geschichte(n)…

Auf der Suche nach dem passenden Ort für unser Kaffeeprojekt sind wir auf das Kaiviertel in der Salzburger Altstadt gestoßen und in der Chiemseegasse fündig geworden. Das ist kein Zufall, denn dieser Ort hat besondere Geschichte(n)…

Das Kaiviertel ist der südlichste Teil der Salzburger Altstadt. Durchzogen von verwinkelten Gässchen, charmanten Plätzen und barocken Häusern, ruht es auf den Gemäuern einer römischen Tempelanlage, die den Göttern Asclepios, Hygieia und Kybele geweiht waren. Der nicht zu übersehende italienische Einfluss auf die Bauweise des Viertels geht vor allem auf zwei berühmte Bauherren und Fürsterzbischöfe der Stadt zurück – Wolf Dietrich und Paris Lodron – beide bedienten sich des Wissens bedeutender italienischer Bauherren und Künstler ihrer Zeit.

Richtet man nun den Blick speziell auf die Chiemseegasse, so findet man diese inmitten eines Netzes von Gässchen, Plätzen und Gebäuden, das von jeher ein Ort der Kunst und der Politik – sozusagen ein Ort des »Geistes« - war. So war die benachbarte Pfeifergasse die Gasse der Spielleute und Berufsmusiker. Nicht unweit von dort befindet sich die gesellschaftswissenschaftliche Fakultät der Salzburger Universität. Im angrenzenden Haus zur Chiemseegasse 5, dem sogenannten Hofhaymerhaus, lebte bis 1537 der weitum berühmte Salzburger Komponist und Organist Paul Hofhaymer, ein Zeitgenosse des ebenfalls im Kaiviertel wohnenden Arztes Paracelsus.

Bei dem gegenüber liegenden Gebäudekomplex handelt es sich um den Chiemseehof. Der ehemalige Sitz der Bischöfe von Chiemsee ist ein historisches Palais aus dem Jahr 1216 und ist heute Sitz des Salzburger Landtags und der Landesregierung.

Gerade dieser »geistige Gehalt« des Viertels übt auf uns eine große Faszination aus … Es macht die Chiemseegasse zum idealen Ort für ein »geistiges Getränk«, wie es Kaffee nun einmal ist. Kaffee belebt die Sinne, regt an, schafft einen klaren Verstand, macht das Hirn frei für geistige Schaffenskraft … der »Geist in der Bohne« wird zum »Geist in der Birne«. So sind Kaffeehäuser von jeher Ort der politischen Diskussion und Auseinandersetzung gewesen; die Auflage von sämtlichen Qualitätszeitungen eine willkommene Selbstverständlichkeit.

Kaffeehäuser sind darüber hinaus von jeher ein geliebtes Schaffensquartier der Boheme gewesen.So gab es Autoren, wie beispielsweise Peter Altenberg oder Joseph Roth, von denen man den Eindruck gewinnen konnte, dass sie im Café und sonst nirgends wohnten: »Das Kaffeehaus lockte ihn jeden Abend wie das Gasthaus einen Trinker, wie der Spielsaal einen Spieler. Er konnte nicht mehr leben, ohne…« (1)

(1) Jacob, Heinrich Eduard (2006). Kaffee – Die Biographie eines weltwirtschaftlichen Stoffes, München, 214

Die Chiemseegasse, befindet sich inmitten eines Netzes von Gässchen, Plätzen und Gebäuden, das von jeher ein Ort der Kunst und der Politik – sozusagen ein Ort des »Geistes« – war… Gerade dieser »geistige Gehalt« des Viertels übt auf uns eine große Faszination aus… Es macht die Chiemseegasse zum idealen Ort für ein »geistiges Getränk«, wie es Kaffee nun einmal ist.