IN DER UNRUHE LIEGT DIE KRAFT 

EIN BEWEGTES JAHR NEIGT SICH DEM ENDE ZU

Es kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass das Jahr 2022 so ganz und gar nicht das lang ersehnte „entspannte“ Jahr nach der Pandemie wurde. Allzuviel neue Krisen scheinen sich dazu gedrängt zu haben. Die globalen Entwicklungen hatten einen erheblichen Einfluß auf die Produktion und Handel von Kaffee. Zur Lieferketten Problematik in der Schiffahrt aus der Pandemie und den katastrophalen Ernteausfällen in Brasilien 2021 (30% der dortigen Kaffeepflanzen sind abgestorben!) gesellten sich der Ukrainekrieg und damit erhöhte Energiekosten bei den Röstern und erhöhte Lebensmittel- und Düngermittelkosten bei den Kaffeebauern dazu. Neben diesen Entwicklungen ist der Klimawandel jedoch die größte Herausforderung für die gesamte Produktionskette. So weit so ernüchternd könnte man meinen. Gleichzeitig ist eine starke Dynamik entstanden, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Robusta Varietäten bahnen sich schön langsam aber doch als sogenannte „Fine Robustas“ ihren Weg in die Spezialitäten Kaffee Szene. Der Urgedanke war hier sicherlich die höher erwartete Resilienz dieser Spezies gegenüber der Erderwärmung. In zweiter Linie steigt jedoch auch die sensorische Qualität in der Tasse, da nun mehr Gelder für Forschung und GMP (Good Manufacturing Practice) in der Robusta Produktion zur Verfügung stehen. Daneben lernen Röster und Barista viele neue (süße) Seiten dieser Spezies kennen. Der Weg vom interessanten Neuling zum etablierten Klassiker ist aber noch ein weiter. Auch beim Ausstieg aus fossiler Energie für den Röstprozess hat sich einiges getan. Die ersten leistungsfähigen Starkstromröster sind schon auf dem Markt und werden in Zukunft einen wesentlichen Teil der (Klein)Röstereien abdecken. Bei den größeren Röstern werden die Brennersysteme voraussichtlich von Erdgas auf Wasserstoff umgerüstet – allerdings sind hier in der praktischen Umsetzung noch viele Fragen ungeklärt.

Neben den vielen Fragezeichen dieses Jahres freut es uns um so mehr, dass wir unser Café 220GRAD RUPERTINUM im Salzburger Festspielbezirk eröffnen konnten. Mit neuen Ansätzen in der Kommunikation, der Kaffeeextraktion und Design wollen wir uns auf geistiger, technischer sowie organisatorischer Ebene weiterentwickeln. Während wir auf der einen Seite etwas Neues ins Leben rufen, verabschieden wir uns mit einem weinenden und einem lachenden Auge von dem Ort, wo alles begann: unserem ersten Café in der Chiemseegasse. Hier wurde an einem Freitag den 13ten der Grundstein für 220GRAD gelegt. Damals gab es auch noch vier Selektionen (was geschah mit der Selektion Drei?) und die Spezialitäten Kaffee Szene in Salzburg war eher noch in den Kinderschuhen. Diese Kinderschuhe drücken nun schon etwas an den Zehen. Somit wollen wir mit neuem Schuhwerk in die Zukunft schreiten und immer mit einem Lächeln zurückblicken können. Ein großes Dankeschön an alle Mitarbeiter, Kunden und Mitwirkende für diese schöne Zeit, ihr habt diesen Ort geprägt und mit Leben erfüllt. Nach dieser Zeit von 2008 bis 2022 übergeben wir mit Silvester an unsere Nachfolger an diesem Standort: Melanie und Andreas Nitznadler vom Hotel Melanie in Wals. Wir wünschen ihnen von Herzen alles Gute und viel Erfolg bei Ihrem Café Projekt. Ach ja! – Ein bisschen 220GRAD wird bleiben…

Aber wo Unruhe ist, da ist auch Leben. In diesem Sinne wünschen wir euch eine schön unruhige Zeit auf das am End‘ doch ein bisschen Besinnlichkeit einkehren kann.

SCHÖNE WEIHNACHTEN
UND EIN FROHES NEUES JAHR!

220GRAD Chiemseegasse schließt am 31.12.2022 14Uhr seine Pforten.

220GRAD Macheiner GmbH |
Maxglaner Hauptstrasse 29 | Wiener-Philharmoniker-gasse 9 | Nonntaler Hauptstrasse 9A | Chiemseegasse 5 – 5020 Salzburg T 0043 662 90 98 97 | office@220grad.com | 220grad.com

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