Homo ludens: Stoff! Form! Spiel!

Im Laufe von 2026 werden wir unser Produktsortiment in diese Richtung verfeinern. Neben unseren Selektionen wird es Raritäten und Editionen geben.

Homo ludens: Stoff! Form! Spiel!

Es ist des Menschen Eigenart, seinen Genusshorizont über seine Bedürfnisse hinaus zu steigern.

Friedrich Schiller hätte diese Verhaltensweise wahrscheinlich als „ästhetisches Gemüt“ bezeichnet – also eine verspielte Herangehensweise, eine Sache über den Zwang eines Zweckes hinaus zu veredeln. Die Künstlerin findet ihren Stoff in der Umwelt, in der Realität. Sie gibt diesem Stoff die Form, welche das Bild, die Skulptur, die Musik oder das geschriebene Wort erst zur Kunst erhebt. Die Schönheit besteht wohl darin den Stoff (die Natur darin) nicht zu verleugnen und dennoch durch die Formgebung zu veredeln – und dies geschieht eben am besten im Spiel, mit der Freiheit zu schaffen, ohne einem vorder-gründigen Zweck zu folgen. Um eine Brücke zu schlagen und darüber das Pathos zu treiben: für die Wirkung des Koffeins in Kaffees, müssten wir nicht viel anstellen – und dennoch tun wir es. Es besteht anscheinend ein hoher Gefallen daran, ansprechende Aromen und Geschmäcker in einer Tasse Kaffee zu empfinden, obwohl dies über die Bedürfnisse des Erwachens hinausgeht. Dieses Jahr wollen wir folgende Themen in den Spielräumen unserer Selektion behandeln: Kaffee als Frucht/ als Kirsche: wie erschaffen wir eine furchige, lebendige und gleich-zeitig harmonische Tasse? Entkoffeinierter Kaffee: Erzeugung von Komplexität in der Tasse durch Kombination verschiedener entkoffeinierter Sorten Robusta: das „Raubein“ Robusta hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung Richtung „Fine Canephora“ gemacht; mit einer Kombination aus Röstprofilen und verschiedenen Sorten, schürfen wir noch weiter an der Süße von 100% Robusta Tassen. Deswegen setzen wir den Weg unserer Selektionen fort. Wir wählen aus dem Stoff der Kaffeepflanzen aus und geben den Bohnen in unseren Selektionen eine Form, sie sind eigenständige Kunstwerke in unserem Handwerk. Aus der Vielstimmigkeit der ausgesuchten Bohnen gilt es eine Harmonie zu schaffen. Wir rösten jede Varietät einzeln nach eigens entwickelten Profilen. Erst nach der Röstung werden sie zu unseren kuratierten Selektionen zusammengeführt. Im Zusammenspiel entfalten sie ihren Ausdruck in der Tasse und verbinden sich zu harmonischen Gesamtprofilen. Jede Selektion hat eine klare Aufgabe und ein eigenständiges Geschmacksbild. Mit dem stärkeren Fokus auf den Selektionen bauen wir auf mittlerweile jahrelangem Know-how auf. Know-how in der Auswahl hoch-qualitativen Grünkaffees, Know-how in der Findung eines individuellen Röstprofils für jede Bohne, Know-how in der sensorischen Komposition von spannenden Tassenprofilen. Im Laufe von 2026 werden wir unser Produktsortiment in diese Richtung verfeinern. Neben unseren Selektionen wird es Raritäten und Editionen geben.

Selektionen

Die Selektionen sind die Handschrift von 220GRAD. Sie vereinen unser Knowhow des Handwerks mit unserer Philosophie – alles mit großer Kraft zu zerlegen, um es wieder neuartig zusammenzusetzen.

Raritäten

Mit Neugier widmen wir uns neuen Kaffeevarietäten, vertiefen unser Wissen rund um ihre spezielle Röstung – um daraus charaktervolle und nachhaltige Kaffee Impressionen zu schaffen.

Editionen

Mit unseren Editionen wollen wir Impulse setzen und mit limitierten Auflagen zeigen, wie vielfältig die Kaffeewelt ist.

Was uns in diesem Spiel gelingt, werden wir sehen. Wir werden es wagen zu spielen. Diskussionen, Kritik und Anregungen sind gern gesehen – es hilft unserem Formtrieb. Schönheit verblasst und entsteht neu – so ist der Lauf der Dinge. Mit dem Gefallen an der Veränderung wollen wir ins neue Jahr starten und werden einige neue Selektionen 26begrüßen und andere alte Bekannte gehen lassen. Mit spielerischem Ernst wollen wir kreieren und unsere Selektionen weiter-entwickeln. Nur mit diesem Ansatz kann unser Modell funktionieren, es muss über den reinen Zweck des Erwachens in Körper und Geist – so essenziell dieser ist – hinausgehen. Der Alltag ergraut oft in Zweckbündnissen und Sachzwängen. In gewissen Lebensbereichen und Lebenslagen zahlt es sich aus über den Zweck hinauszugehen. Unsere Produzenten beim Pflanzen und wir beim Rösten von Kaffee haben eine große, spielerische Freude damit.